Der 24. Band der Reihe nr-Werkstatt dokumentiert die Ergebnisse der Fachkonferenz „WEITBLICK – Die lange Form, die ganze Geschichte“, die das Netzwerk Recherche am 22. und 23. November 2013 beim WDR in Köln ausrichtete.

Sie können die nr-Werkstatt als pdf-Datei herunterladen: nr-werkstatt-24-weitblick (PDF-Datei, 191 S., 4 MB). Als epub für E-Book-Reader und Smartphones liegt die Werkstatt im epub-Format (3,2 MB) und im mobi-Format (5,8 MB) vor. Um Probleme beim Download zu vermeiden, Link mit rechter Maustaste anklicken und Datei speichern.

Online können Sie die Beiträge der nr-Werkstatt hier lesen (leider ist derzeit nur eine archivierte Fassung auf archive.org verfügbar).

Wie üblich erhalten Sie beim netzwerk die gedruckte Werkstatt gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten und adressierten DIN C4- oder C5-Umschlags bei der nr-Geschäftsstelle.

Zum Inhalt:

„Informieren, erklären, aufdecken“ – dafür stehe der Journalismus. Grußwort zur Fachkonferenz von Wolfgang Schmitz, WDR-Hörfunkdirektor.

„Das öffentlich-rechtliche Tafelsilber. Aufputzen oder verscherbeln?“ Klaus Stern, Martina Zöllner, Joachim Huber und Gert Monheim diskutieren über die Lage und die Zukunft der klassischen Dokumentationen. Moderiert von Diemut Roether geht es um Quotendiktate, Tagesrandzeiten und um mögliche Zugeständnisse an neue Sehgewohnheiten. „Dramaturgie 2.0 – Wie wir heute erzählen müssen.“ Cordt Schnibben gibt eine kleine Lehrstunde zu den Fragen: Wie packt man den Leser? Welcher Einstieg verführt ihn zum Weiterlesen? Was ist zu tun, damit der Leser „dran bleibt“?

„Lauschangriff I: Das Radiofeature.“ Anhand von vier Hörbeispielen möchten Leslie Rosin und Hermann Theißen aufzeigen, was Radio-Features können: Journalismus als Kunst-Stück.

„Mut zur Langstrecke. Für Leser, die es wissen wollen“ – in diesem Beitrag geht es um lange Stücke im Printbereich. Jochen Arntz, Julia Friedrichs, Hanns-Bruno Kammertöns und die Moderatorin Helga Kirchner berichten über Qualität(-sanspruch) und die Zukunft des sogenannten „Premiumangebots im Journalismus“.

„Lauschangriff II: Investigative Stoffe. Das ARD-Radiofeature“ – einen Einblick in das neu entwickelte Format „ARD-Radiofeature” geben Dorothea Runge, Walter Filz und Veronika Bock. „Storytelling im Netz. Wie das Medium ein Thema verändert“ – was ist anders im Netz? Anhand eigener Geschichten erläutern Christian Beetz und Jonathan Sachse, wie man eine story erfolgreich online umsetzen und präsentieren kann. In „Unembedded. Wie sich Journalisten vor PR-Inszenierungen schützen“ erklärt die freie Afrika-Korrespondentin Bettina Rühl, wie sie ihre Radiobeiträge trotz (finanzieller) Risiken und Gefahren umsetzt. „Mein Feature, mein Film, mein Buch. Ein Thema macht Karriere.“ Dass das gleiche Thema in verschiedenen Formaten funktionieren kann, wenn man die für die jeweiligen Medien spezifische Umsetzung kreiert, zeigen die Erfahrungen von Ingrid Müller-Münch, Thomas Weidenbach und Martina Keller. „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ausbildung und Marktchancen junger Dokumentarfilmer.“ Sind Studenten der Filmhochschulen gut auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet? Die Filmemacherinnen Luzia Schmid und Alice Agneskirchner sowie die Hochschul-Vertreter Dietrich Leder und Thorsten Schütte präsentieren ihre jeweiligen Erfahrungen. „Der Dokumentarfilm. Der andere Blick oder bloß gepflegte Langeweile?“ Themenfindung, Recherche, Produktion, Vermarktung und Erfolg? Luzia Schmid („Geschlossene Gesellschaft – Missbrauch an der Odenwaldschule“) und Klaus Stern („Versicherungsvertreter – Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker“) zeigen, dass ein Dokumentarfilm alles andere als langweilig ist…

„Der Protagonist. Schlüssel zum Erzählen komplexer Geschichten.“ Wann ist eine Personalisierung das geeignete Mittel für den Transport schwieriger Zusammenhänge? Wo sind seine Grenzen? Darf das Anliegen von Autoren und Autorinnen, über Strukturen und Hintergründe aufzuklären, darauf gestutzt werden, den geeigneten Protagonisten zu finden? Eine spannende Diskussion mit Henning Sußebach, Annekatrin Hendel, Ulrich Biermann und Ingrid Strobl.

„Wie man Verantwortliche zum Reden und Bilder zum Sprechen bringt“ – die erfahrenen und erfolgreichen Filmemacher Christian Dezer, Stephan Lamby und Egmont R. Koch geben Einblicke.

„Format offen. Geschichten in der Medienschmelze“: Über das Zusammenfügen vieler Komponenten (Video, Audio, Grafik, Animation…), um eine Geschichte „voll auszuerzählen“ – darüber reden Caterina Lobenstein und Bernhard Riedmann.

Im Panel „Der beklagenswerte Herr Mollath! – Wohl und Wehe von Medienkampagnen“ eine kontroverse Diskussionen zwischen Journalisten und Journalistinnen, die allesamt den Fall Mollath intensiv recherchiert hatten, in ihren Berichten aber zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen waren. In den anschließenden Texten vertiefen Beate Lakotta & Otto Lapp auf der einen und Olaf Przybilla & Uwe Ritzer sowie Monika Anthes & Eric Beres auf der anderen Seite noch einmal ihre Standpunkte („Die Kontroversen im Fall Mollath“).

Im Panel „Echter als echt? Der animierte Dokumentarfilm“ erläutern die Regisseure und Filmemacher Ali Soozandeh, Marc Wiese und Ali Samadi Ahadi, wie sie etwas dokumentieren können, was sich nicht drehen lässt: mittels „Motion Comics“.

„Dokumentarisch oder inszeniert? Das Spiel mit der Wirklichkeit“ – vor ähnlichen Problemen wie im vorigen Panel standen Andres Veiel, Stephan Lamby und Calle Overweg – hier präsentieren sie ihre Lösungen.

Unter dem Thema „Hinterm Horizont geht’s weiter. Recherchen für die lange Form“ berichten Rosalia Romaniec, Rainer Kahrs, Ingolf Gritschneder über ihre langjährigen Recherchen zu – teils sehr persönlichen – Geschichten.

„Web Slam“: Ein Bericht über den ersten von Netzwerk Recherche ausgerufenen Web Slam. Mit den crossmedialen Bewerber-Projekten: „7Sights“ , „Fellow The Money“ und „Menschen, Tiere, Sensationen – der Hamburger Dom“.

„Den dramaturgischen­ Bogen spannen. Packend bis zum Schluss.“ Auch wenn es – anders als beim Spielfilm oder im Hörspiel – kein Drehbuch gibt, dokumentarisches Erzählen braucht eine Dramaturgie. Andererseits darf der „Druck“, spannend zu erzählen, nicht auf Kosten der Wahrhaftigkeit einer Geschichte gehen. Eine Diskussion mit den erfahrenen Autoren Andres Veiel, Eva Müller und Bettina Rühl.

„24h Jerusalem – 70 Blicke auf eine Stadt.“ Nach dem erfolgreichen Projekt „24h Berlin – Ein Tag im Leben“ wagt sich Thomas Kufus an eine andere Stadt: Jerusalem. Welche ungeahnten Hürden dafür überwunden werden mussten, berichtet der Produzent in diesem Beitrag.