Datum: 17. März 2021, ab 20.15 Uhr
Thema: Unter Rechtsradikalen – Recherchen im braunen Sumpf
Referentin: Annette Ramelsberger (Süddeutsche Zeitung) und Astrid Geisler (Zeit)
Moderation: Kuno Haberbusch

Hanau, Lübcke, NSU – eine Stadt, ein Name, eine Killertruppe. Alle drei Wörter (und noch viele mehr) stehen für schlimmste Verbrechen von Rechtsradikalen. Nach jeder Tat das gleiche Ritual: Entsetzen, Beileid – und das Versprechen, alles restlos aufzuklären. Nicht nur die Angehörigen der Opfer müssen immer wieder erfahren: Es ist ein leeres Versprechen. Zu viele Fragen werden nicht geklärt, zu viele Hintergründe nicht ausgeleuchtet – oder gar verdrängt.

Umso wichtiger, dass Journalist:innen recherchieren, Strukturen und Verbindungen enthüllen, das Versagen, manchmal auch das Vertuschen der Ermittlungsbehörden offenlegen. Es ist erfreulich, dass es hierzulande einige Kolleg:innen gibt, die an diesem Thema dranbleiben. Auch wenn es nicht gerade die Schlagzeilen bestimmt.

Annette Ramelsberger (SZ) und Astrid Geisler (ZEIT) beweisen seit Jahren durch ihre Kompetenz, ihre Hartnäckigkeit und bisweilen auch ihre Leidensfähigkeit, was Journalismus im besten Sinne leisten kann: Aufklärung und Einordnung. Sie haben dafür schon viel Respekt und Anerkennung erhalten – und auch viele Preise.

Über ihre Erfahrungen reden sie jetzt in der neuen Ausgabe von nr-insight am 17. März ab 20.15 Uhr. Es ist ein Austausch über Gefahren bei der Recherche, über Anfeindungen, über Erkenntnisse hinter den Kulissen, über das Innenleben der rechtsradikalen Szene, über Erlebnisse mit Behörden – und über Erfahrungen im Gerichtssaal, wenn über die Täter verhandelt wird.

 

Annette Ramelsberger hat in München Journalistik, Recht und Politik studiert und die Deutsche Journalistenschule besucht. Nach Stationen bei der Nachrichtenagentur AP in der damaligen DDR, bei der Berliner Zeitung und dem Spiegel berichtet sie seit 20 Jahren für die Süddeutsche Zeitung über Terrorismus, Rechtsradikale und die CSU. Sie war Korrespondentin in Berlin und Ressortleiterin Bayern und ist seit 2012 Gerichtsreporterin der SZ (u.a. der NSU-Prozess).

 

Astrid Geisler ist Redakteurin im gemeinsamen Investigativ-Ressort von ZEIT ONLINE und der ZEIT. Sie recherchiert seit Jahren in der rechtsextremen Szene. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Recherchen zu Gesellschaftsthemen wie der Diskriminierung von Frauen, Kita-Qualität oder sexueller Gewalt. Ihre Artikel wurden mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet.

 

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