nr05: „Fakten gegen Fiktionen – Journalismus braucht Recherche“

Rückblick

Die nr-Jahreskonferenz 2005 fand statt am Freitag/Samstag, 03./04. Juni 2005 beim NDR Fernsehen, Hugh-Greene-Weg 1, HamburgRede

Medien im Höhenrausch. Zum Spannungsverhältnis von Journalisten und Politikern – von Jürgen Leinemann

Programm & Reader
⇒ Programm der nr-Jahreskonferenz 2005 [PDF-Datei, 117 KB]

Jahrestreffen von netzwerk recherche am 3. und 4. Juni 2005 im NDR-Konferenzzentrum in Hamburg debattiert kontroverse, aktuelle Medienthemen mit prominenten Referenten

Um das Leitthema „Fakten gegen Fiktionen – Journalismus braucht Recherche“ ging es bei der diesjährigen Medienkonferenz des netzwerk recherche am 3. und 4. Juni 2005 in Hamburg. Im NDR-Konferenzzentrum haben rund 500 Vertreter aus Medien, Politik und anderen gesellschaftlichen Gruppen kontroverse Medien-Themen mit kompetenten Referenten diskutiert.

Mit Vorträgen, Foren, Workshops und Gesprächsrunden hat das netzwerk recherche auch in diesem Jahr auf der „Konferenz von Journalisten für Journalisten“ mit Unterstützung des NDR die aktuellen und akuten Probleme des Medienmarktes ausgelotet. Ein Höhepunkt der Konferenz war die Rede von SPIEGEL-Autor Jürgen Leinemann zum Thema „Medien im Höhenrausch – Zum Spannungsverhältnis von Journalisten und Politikern“. Über Defizite und Chancen des „Recherche-Handwerks“ diskutierte unter anderem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher mit Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung. In weiteren Foren wurden unter anderem die Themen „Wem gehört der Rundfunk? Politiker und ihr Zugriff auf die Medien,“ „Rechtsextremismus in den Medien – Wenn die Recherche in Moral versinkt“ sowie „Recherche im Abseits – Vom Niedergang des Sportjournalismus“ analysiert. Vertieft wurden diese Debatten in einem Dutzend Workshops. Fünf Autoren aktueller Biografien u.a. über Friede Springer, Axel Springer und Stefan Aust sprachen über ihre Recherchen und die Wirkung ihrer Bücher. In einem Forum gab Frank Plasberg (WDR) Einblicke in das Erfolgs-Format „Hart aber Fair“.

Das netzwerk recherche, ein Zusammenschluss von mehr als 300 Journalisten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die journalistische Tugend der Recherche zu fordern und zu fördern, wurde auch in diesem Jahr die „Verschlossene Auster“ an einen ausgewiesenen „Info-Blocker“ in Deutschland verleihen: DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.

Preisträger der Vorjahre waren die HypoVereinsbank, der Lebensmittelkonzern Aldi und Bundesinnenminister Otto Schily; sie wurden für ihren rigiden Umgang mit Medienvertretern „ausgezeichnet“. Die Auster steht als Symbol für mangelnde Offenheit und Kooperationsverweigerung von Personen oder Organisationen gegenüber den Medien.

Den Abschluss der Konferenz bildete eine hochrangig besetzte Diskussionsrunde zum Thema „Das Regiment des Events – Vom Verschwinden des Informationsjournalismus“. Eröffnet wurde das Jahrestreffen mit einer Rede vom NDR-Intendanten Prof. Jobst Plog. Neben ihm haben zahlreiche weitere prominente Medienvertreter auf der Konferenz Zukunftsfragen und qualitative Herausforderungen der Medien diskutiert.