nr-Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing
7. bis 9. April 2014, Tutzing

Sie nennen sich Islamkritiker, sind aber in Wahrheit Islamhasser. Sie unterhalten einen Internet-Blog namens „Politically Incorrect“, und ihre Partei heißt „Die Freiheit“. Das soll pathetisch und unangepasst klingen, tatsächlich aber bewegt sich die Politik hinter dieser Fassade am Rande des demokratisch Erlaubten. München ist eines der Zentren der Islamfeinde, dort agitieren sie seit Jahren mit Hassparolen gegen ein Moschee-Projekt. Das bayerische Innenministerium stuft ihre Kerntruppe als verfassungsfeindlich ein.Nicht wenige halten die Islamfeinde inzwischen für gefährlicher als die Neonazis. Denn während rechtsextreme Glatzen und Schläger die meisten Bürger abschrecken, stoßen Islamfeinde im bürgerlichen Lager auf teils positive Resonanz. Die Grenzen zwischen den sogenannten Rechtspopulisten und -extremen aber sind mitunter fließend.

Wir laden Journalistinnen und Journalisten zur Auseinandersetzung mit dem rechten Rand ein, um das eigene Tun zu reflektieren. Wann ist es angemessen, die Hetzer zu ignorieren? Wann ist es nötig, ausführlich über sie zu berichten? Erst wenn Spektakuläres passiert ist oder nach jeder Kundgebung? Darf ein guter Journalist überhaupt mit den ganz Rechten reden? Soll er sich mit ihren (Schein)Argumenten beschäftigen?

Im Gespräch mit Kennern der Szene und Journalistenkolleginnen und -kollegen will unsere Tagung Fragen aufwerfen und Antworten diskutieren. Dazu laden wir Sie herzlich ein in unsere Akademie am Starnberger See.

Dr. Michael Schröder
Akademie für Politische Bildung Tutzing

Bernd Kastner
Journalistenvereinigung netzwerk recherche

Marc Widmann
Süddeutsche Zeitung